Denis Peresunko wird aus dem Straflager entlassen. Juni 2026.

Denis Peresunko wird aus dem Straflager entlassen. Juni 2026.

Denis Peresunko wird aus dem Straflager entlassen. Juni 2026.

Verbüßte Strafen

Denis Peresunko aus Wolgograd wurde aus dem Straflager entlassen.

Gebiet Wolgograd

„Als die Tür aufging und ich meine Freunde sah, verspürte ich sofort Freude. Da habe ich verstanden, dass ich in Freiheit bin.“ So schilderte Denis Peresunko (48), ein Zeuge Jehovas, der wegen einer Extremismusanklage verurteilt wurde, seine ersten Eindrücke nach der Entlassung. Er war verurteilt worden, weil er gemeinsam mit anderen die Bibel las. Am 9. Juni 2026 endete seine Haftstrafe.

Die Strafverfolgung begann bereits im Sommer 2019. Denis Peresunko, ein Mann mit einer Behinderung der Gruppe III, wurde festgenommen und für fünf Monate ins Untersuchungsgefängnis gebracht, wo sich bereits mehrere seiner Mitgläubigen befanden. Das Gerichtsverfahren fiel in die Zeit der Covid-Pandemie – sie kostete seiner Ehefrau Olga das Leben. Im September 2021 kam Denis Peresunko erneut hinter Gitter, diesmal für Jahre.

„Auch hinter Gittern sind Menschen – ruhige, gute Menschen, mit denen man sich austauschen kann. Das Wichtigste ist, immer auf Gott, seine Grundsätze und Ratschläge zu vertrauen“, so Denis. Er verbüßte die Strafe in einem 1.200 Kilometer von seinem Zuhause entfernten Straflager in Udmurtien. Der Gläubige arbeitete in der Näherei und stellte Tubings her. Denis übertraf oft die Vorgaben und wurde zweimal mit einer Prämie ausgezeichnet.

Denis Peresunko ist einer von 84 Zeugen Jehovas, die eine Haftstrafe wegen ihres Glaubens verbüßt haben. Weitere 115 Gläubige befinden sich weiterhin in Straflagern.

Fall Rogosin und andere in Wolgograd

Fallbeispiel
Im Frühjahr 2019 leitete die Ermittlungsbehörde ein Strafverfahren gegen Gläubige aus Wolgograd ein. Sergej Melnik, Igor Egozarian, Walerij Rogosin und Denis Peresunko wurden der Organisation einer extremistischen Vereinigung beschuldigt, gegen die beiden Letztgenannten wurde zudem der Vorwurf der Finanzierung erhoben. Sie saßen zwischen 5 und 7 Monaten im Untersuchungsgefängnis. Die Anwälte wiesen die Richterin auf zahlreiche Verstöße durch die Ermittlungsbehörde hin. Einige Zeugen gaben an, ihre Aussagen seien gefälscht worden. Anonyme Zeugen wurden unter Wahrung ihrer Identität vernommen – nach eigenen Angaben aus Sorge um ihr Leben und ihre Gesundheit. Im September 2021 verurteilte das Gericht die vier Gläubigen zu Freiheitsstrafen von 6 Jahren bis 6 Jahren und 5 Monaten. Im März 2022 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil. Im Dezember 2025 wurden Egozarian und Melnik entlassen, im April 2026 hatte Rogosin seine Strafe verbüßt. Als letzter der vier wurde Denis Peresunko im Juni 2026 freigelassen.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Gebiet Wolgograd
Siedlung:
Wolgograd
Woran besteht der Verdacht?:
Nach Ansicht der Ermittlungsbehörde nahm er wiederholt „an Massenveranstaltungen teil, bei denen Audio- und Videomaterialien angesehen, angehört und besprochen wurden, die den Kult der religiösen Überlegenheit der Lehre der Zeugen Jehovas propagieren“.
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
11902180028000016
Eingeleitet:
16. Mai 2019
Aktueller Stand des Verfahrens:
Das Urteil ist rechtskräftig geworden
Untersuchend:
Ermittlungsbehörde der Russischen Föderation für das Gebiet Wolgograd
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (1), 282.3 (1)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-2/2021 (1-56/2020)
Gericht:
Тракторозаводский районный суд г. Волгограда
Richter:
Ирина Струк
Fallbeispiel
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