Biographie
Wassili Schischkin geriet im Januar 2025 ins Visier der Strafverfolgung. Er verlor nicht nur die Bewegungsfreiheit, sondern auch die Möglichkeit, mit seiner Frau Irina zu sprechen: Der Mann wurde unter Hausarrest gestellt, was die Eheleute zwang, getrennt zu leben. Ein Jahr später wurde auch seine Ehefrau wegen Extremismus angeklagt.
Wassili wurde im April 1972 in Prokopjewsk (Gebiet Kemerowo) geboren. Er hat einen jüngeren Bruder. Ihre Mutter arbeitete als Krankenschwester und lebt nicht mehr. Der Vater, Bergarbeiter, Reisender und Dichter, bekennt sich zur orthodoxen Kirche und lebt zurückgezogen.
Die Eltern von Wassili ließen sich scheiden, als er 8 Jahre alt war. Er wurde von seiner Großmutter erzogen, der jüngere Bruder wuchs beim Vater und der Stiefmutter auf. Manchmal versuchten sie, zusammen zu leben. Als Kind trieb Wassili viel Sport: Er besuchte Schwimmkurse und spielte Hockey und Fußball. Sein Vater nahm ihn auf Kajakfahrten auf Gebirgsflüssen mit und vermittelte ihm dadurch die Liebe zur Natur. Bis heute fährt er gerne Fahrrad, geht mit dem Zelt in die Natur, angelt und sammelt Pilze.
Nach dem Abschluss des Bergbau-Technikums arbeitete Wassili ein halbes Jahr in der Mine. Später absolvierte er Kurse zum Schreiner und Masseur. Im Laufe seines Lebens hatte er verschiedenste Jobs: als Bäcker, Schlosser, Verkäufer, Lagerarbeiter, Fleischzerleger und Straßenkehrer.
In der Jugend, so berichtet Wassili, „fühlte ich oft Leere, Sinnlosigkeit und Angst“. Dazu trugen auch das strenge Vaterhaus und familiäre Streitigkeiten bei. Dank der Bibel fand er heraus, was dem Leben Sinn verleiht, und gewann Hoffnung. 1998 wurde er ein Zeuge Jehovas.
2013 heiratete Wassili Irina. Sie hat eine Ausbildung als Buchhalterin und im pharmazeutischen Bereich. Sie arbeitet in einer Apotheke. Das Paar verbindet gemeinsame Werte und Lebenseinstellungen. Sie verbringen gerne Zeit in der Natur. Wassili malt gerne und schreibt gelegentlich Gedichte.
Hausdurchsuchung, Vernehmung und Arrest wirkten sich negativ auf Wassilis emotionalen Zustand aus. Angehörige unterstützen ihn und kümmern sich um seine Bedürfnisse.
